Zum Inhalt springen
 HEUTE: Schnelle Anfahrt
← Ratgeber · Entscheidung

Wespe, Hornisse oder Biene? So unterscheiden Sie die Insekten und verstehen ihr Verhalten

29. Oktober 2026· 7 Min. Lesezeit
KI-generiertes Bild: Honigbiene, Wespe und Europäische Hornisse zum Größenvergleich nebeneinander auf einem hellen Holzbrett in einem sommerlichen Garten

Ein gelb-schwarzes Insekt, das summend immer näher kommt: Ob beim Frühstück auf der Terrasse oder bei der Weinlese in Rheinhessen, viele greifen dann ganz automatisch zur Zeitung. Dabei hängt das richtige Verhalten sehr davon ab, ob es sich um eine Wespe, eine Hornisse oder eine Biene handelt. In diesem Ratgeber erfahren Sie, an welchen Merkmalen Sie die Insekten auseinanderhalten und weshalb Pusten und Schlagen eher schaden als nützen. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie die Asiatische Hornisse aussieht und was rechtlich gilt, wenn sich ein Nest an Ihrem Haus befindet.

Kurz zusammengefasst: So unterscheiden Sie Wespe, Hornisse und Biene

Alle drei zählen zu den Hautflüglern und bilden Staaten, an deren Spitze eine Königin steht. Honigbienen leben ausschließlich von Nektar und Pollen, während Wespen und Hornissen Insekten erbeuten, um ihren Larven das nötige Eiweiß zu liefern. Genau daraus erklärt sich ihr unterschiedliches Verhalten: Ihr Grillgut lässt eine Biene völlig kalt, eine Wespe im August dagegen ganz und gar nicht.

Die wichtigsten Erkennungsmerkmale

MerkmalHonigbieneWespe (Deutsche/Gemeine)Europäische Hornisse
Größegut 1 cmetwa 1,5 cm, Königin bis etwa 2 cmArbeiterin gut 2 cm, Königin bis etwa 3,5 cm
Färbungbräunlich, dicht behaartleuchtend gelb-schwarz, kaum behaartKopf und Brust rotbraun, Hinterleib gelb-schwarz
Taillekaum erkennbardeutlich abgeschnürtdeutlich abgeschnürt
NahrungNektar und PollenInsekten für die Brut, Süßes für sich selbstInsekten, Baumsäfte, Fallobst
Am Kaffeetischkaumab Spätsommer häufigselten
Aktivitättagsübertagsüberauch in der Dämmerung und nachts
SchutzstatusNutztier des Imkersallgemeiner Artenschutzbesonders geschützt

Orientierungswerte, einzelne Tiere können davon abweichen.

Unter den heimischen Wespenarten sind es fast ausschließlich zwei, die am Tisch zur Plage werden: die Deutsche und die Gemeine Wespe. Andere Arten, etwa die Mittlere oder die Sächsische Wespe, bauen frei hängende Nester, bilden kleinere Völker und gehen dem Menschen lieber aus dem Weg. Ihre Völker zerfallen häufig bereits im Hochsommer.

Biene oder Wespe? Aussehen und Verhalten im direkten Vergleich

Am zuverlässigsten erkennen Sie den Unterschied an der Behaarung und an der Taille. Honigbienen sehen pelzig und eher bräunlich aus, und wenn sie gerade sammeln, tragen sie an den Hinterbeinen häufig gelbe oder orangefarbene Pollenklumpen, die man als Pollenhöschen bezeichnet. Wespen hingegen sind glatt, leuchtend gelb-schwarz und haben zwischen Brust und Hinterleib eine klar erkennbare Taille. Sitzt das Tier still, hilft Ihnen noch ein weiteres Merkmal: Wespen und Hornissen legen ihre Flügel in Ruhe längs gefaltet an und wirken dadurch schlank, während Bienen ihre Flügel flach über den Rücken legen.

Honigbiene und Wespe im Vergleich

Honigbiene

  • Pelzige Behaarung, bräunlich mit hellen Streifen
  • Ernährt sich von Nektar und Pollen, frisst kein Fleisch
  • Zeigt kaum Interesse an Kuchen, Limo oder Grillgut
  • Sticht fast nur zur Verteidigung, ihr Stachel bleibt meist in der Haut zurück

Wespe

  • Glatter Körper, leuchtend gelb-schwarz, klar erkennbare Taille
  • Erbeutet Insekten für die Brut und nascht selbst gern Süßes
  • Deutsche und Gemeine Wespe erscheinen ab dem Spätsommer am Tisch
  • Kann mehrmals stechen, ihr Nest aus grauer Papiermasse liegt oft in Hohlräumen am Haus

Welche Biene sieht einer Wespe ähnlich?

Nicht hinter jedem gelb-schwarzen Insekt steckt eine Wespe. Die Wespenbienen (Gattung Nomada) sind nämlich echte Bienen, ähneln mit ihrem nahezu unbehaarten, gelb-schwarz oder rot gemusterten Körper einer Wespe aber erstaunlich stark. Pollen sammeln sie nicht, denn als Kuckucksbienen legen sie ihre Eier in die Nester anderer Wildbienen, vorzugsweise von Sandbienen. Auch die Garten-Wollbiene mit ihren gelben Flecken am Hinterleib wird häufig für eine Wespe gehalten. Für Menschen sind beide völlig ungefährlich.

Noch öfter begegnen Ihnen Schwebfliegen, die sich zur Abschreckung ein Wespenkleid zugelegt haben, aber eben Fliegen sind. Sie besitzen nur zwei Flügel sowie große Augen, die beinahe den gesamten Kopf einnehmen, und können im Flug auf der Stelle verharren. Ein Stachel fehlt ihnen.

Hornisse: friedlicher als ihr Ruf

Die Europäische Hornisse ist die größte heimische Faltenwespe, und ihr tiefes Brummen ist kaum zu verwechseln. Ihr Gift ist trotz der stattlichen Größe nicht stärker als das einer Wespe; bedenklich wird ein Stich vor allem für Allergiker oder wenn er Mund und Hals trifft. Da Hornissen auch in der Dämmerung und nachts unterwegs sind, fliegen sie dann gern auf beleuchtete Fenster zu. Ein einzelnes Tier im Zimmer hat sich meist nur verflogen: Wenn Sie das Licht ausschalten und das Fenster öffnen, findet es in aller Regel selbst wieder hinaus.

Für Kuchen interessieren sich Hornissen kaum. Sie machen Jagd auf Fliegen, Raupen und sogar Wespen, und ein Volk verzehrt im Sommer beachtliche Mengen an Insekten. Heikel wird es nur unmittelbar am Nest, denn Erschütterungen am Nistkasten verstehen die Tiere als Angriff. Halten Sie deshalb einige Meter Abstand und versperren Sie nicht die Flugbahn. Ein Hornissenvolk umfasst wenige hundert Tiere, es stirbt im Herbst ab, und das Nest wird im darauffolgenden Jahr nicht erneut bezogen.

Ein Hornissennest im Nistkasten am Rand des Gartens ist kein Notfall. Sitzt es dagegen im Rollladenkasten über dem Kinderbett, sieht die Sache schon anders aus.

Asiatische Hornisse: neu in der Region und dauerhaft hier

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) gelangte vermutlich um 2004 mit Warenlieferungen nach Südwestfrankreich und verbreitet sich seither in ganz Europa. Hierzulande wurde sie 2014 zum ersten Mal in Baden-Württemberg nachgewiesen, mittlerweile gibt es Funde auch in Rheinland-Pfalz und Hessen.

Woran Sie Vespa velutina erkennen

  • Etwas kleiner als die heimische Hornisse
  • Körper vorwiegend schwarz bis dunkelbraun statt rotbraun
  • Auf dem dunklen Hinterleib nur ein breites orangegelbes Band kurz vor dem Ende
  • Beinenden auffallend gelb, Gesicht orange-gelb
  • Jagt im Schwebflug vor Bienenstöcken

Im Frühjahr errichtet die Königin zunächst ein kleines Primärnest an geschützten Orten, beispielsweise in Schuppen oder unter Dachvorsprüngen. Im Sommer wechselt das Volk dann häufig in ein großes Sekundärnest, das oft hoch oben in Baumkronen hängt und erst nach dem Laubfall sichtbar wird. Das Flugloch befindet sich meist seitlich und nicht, wie bei der heimischen Hornisse, an der Unterseite.

Wie entwickelt sich die Lage bei der Asiatischen Hornisse?

Da die Art auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten geführt wird, genießt sie nicht denselben Schutz wie die heimische Hornisse. Eine vollständige Ausrottung in Mitteleuropa gilt unter Fachleuten als unrealistisch; angestrebt wird vielmehr, die Ausbreitung zu verlangsamen und die Bienenvölker zu schützen. Für Menschen geht von ihr keine größere Gefahr aus als von der heimischen Hornisse, für Imker ist sie allerdings ein ernstes Problem. Weil beide Arten häufig verwechselt werden und das Töten einer heimischen Hornisse gegen den Artenschutz verstößt, sollten Sie einen Verdacht lieber mit Foto an die zuständige Naturschutzbehörde melden und das Nest keinesfalls selbst angehen.

Warum Sie Wespen besser nicht anpusten und was stattdessen hilft

Viele Menschen pusten eine Wespe vom Teller, weil ihnen das sanfter erscheint als Schlagen. Ausgeatmete Luft ist jedoch warm und kohlendioxidreich, und für Wespen wie Bienen signalisiert genau das, dass sich ein größeres Tier in unmittelbarer Nähe befindet, in der Natur etwa ein Säugetier am Nest. Die Insekten werden daraufhin nervös und stechen eher zu. Noch ungünstiger ist es, nach ihnen zu schlagen oder sie zu zerdrücken: Eine verletzte Wespe gibt Alarmstoffe ab, die Artgenossen in der Umgebung in Abwehrbereitschaft versetzen, sodass man mit dem Schlagen oft weitere Tiere anlockt.

So bleibt der Nachmittag auf der Terrasse entspannt

  1. Gelassen bleiben
    Bewegen Sie sich bedächtig und verzichten Sie aufs Wedeln. Eine Wespe, die landet, sieht sich nur um und zieht meist von allein weiter.
  2. Getränke abdecken
    Süße Getränke trinken Sie am besten mit Deckel oder Strohhalm, denn ein Stich im Mund durch eine Wespe im Glas ist besonders gefährlich.
  3. Speisen abdecken und Reste abräumen
    Halten Sie Kuchen, Obst und Grillgut abgedeckt, räumen Sie Reste rasch ab und lassen Sie Mülltonnen geschlossen.
  4. Fenster absichern
    Mit Fliegengittern bleiben Wespen tagsüber und Hornissen nachts draußen.

Hier in Rheinhessen spüren Sie das ab Ende August ganz besonders, weil reife Trauben den Wespen viel zuckerhaltige Nahrung liefern. Sammeln Sie Fallobst in dieser Phase nach Möglichkeit täglich ein und bewahren Sie Obstreste nicht offen auf.

Stiche von Biene, Wespe und Hornisse: Risiken und Erste Hilfe

Der Stachel der Honigbiene ist mit Widerhaken versehen, sodass er beim Stich in menschliche Haut zusammen mit der Giftblase stecken bleibt und die Biene stirbt. Weil die Giftblase weiterhin Gift abgibt, sollten Sie den Stachel umgehend entfernen, und zwar am besten, indem Sie ihn seitlich mit dem Fingernagel oder einer Karte abstreifen, anstatt ihn mit den Fingern zusammenzudrücken. Wespen und Hornissen besitzen glatte Stachel und können daher mehrfach zustechen. Gegen die Schwellung helfen Kühlen und ein kühlendes Gel aus der Apotheke.

Für die meisten Menschen ist ein Stich zwar schmerzhaft, aber ungefährlich. Ernst wird es bei einer Insektengiftallergie sowie bei zahlreichen Stichen auf einmal, und auch Stiche in Mund, Rachen oder Hals sind riskant, weil die Schwellung die Atemwege einengen kann. Wer um seine Allergie weiß, sollte im Sommer das ärztlich verordnete Notfallset stets griffbereit halten.

Sofort 112 wählen
Atemnot oder eine Schwellung in Mund oder Hals nach einem Stich sind ein Notfall. Gleiches gilt bei Schwindel oder Quaddeln am ganzen Körper. Bei Stichen im Mund bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Eis lutschen und den Hals von außen kühlen.

Nest am Haus: Was erlaubt ist und wer sich darum kümmert

Weil Bienen Obstbäume und Reben bestäuben und Wespen wie Hornissen große Mengen anderer Insekten erbeuten, stehen alle drei unter gesetzlichem Schutz, wenn auch in unterschiedlichem Umfang:

  • Wespen: Sie fallen unter den allgemeinen Artenschutz. Ein Nest darf nur aus einem vernünftigen Grund entfernt werden, beispielsweise bei einer Allergie im Haushalt oder einem Nest am Eingang oder am Kinderzimmer (§ 39 Bundesnaturschutzgesetz).
  • Hornissen, Hummeln und Wildbienen: Sie sind besonders geschützt. Töten und das Zerstören des Nests sind untersagt, zulässig ist lediglich eine Umsiedlung durch Fachleute mit Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörde.
  • Honigbienen: Sie sind Eigentum eines Imkers. Bei einem Schwarm am Baum oder an der Fassade stellt der örtliche Imkerverein den Kontakt zu einem Imker her.
  • Asiatische Hornisse: Es handelt sich um eine invasive Art. Wie Sie bei einem Verdacht vorgehen, lesen Sie im Abschnitt zur Asiatischen Hornisse weiter oben.

Wer gegen den Artenschutz verstößt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Ob ein Nest bleiben kann, hängt vor allem vom Standort ab, wie schon im Abschnitt zur Hornisse beschrieben. Am Hauseingang oder wenn jemand im Haushalt allergisch reagiert, ist eine fachgerechte Entfernung oder Umsiedlung ratsam. Wer selbst mit Spray oder Wasser hantiert, muss damit rechnen, dass das gesamte Volk sein Nest verteidigt.

Nicht sicher, wer da an Ihrem Haus fliegt?
Matuszak Hygiene arbeitet seit 1972 als Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung. Wir bestimmen die Art und klären mit Ihnen, ob ein Nest bleiben darf, umgesiedelt oder entfernt werden sollte.
06701 680 9958

Wespen oder Hornissen an Ihrem Haus in Sprendlingen?

Schildern Sie Matuszak Hygiene am Telefon, wo das Nest sitzt und ob jemand im Haushalt allergisch reagiert, damit wir das weitere Vorgehen gemeinsam planen können. Sie erreichen uns telefonisch unter 06701 680 9958.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Sie finden Ihre Frage hier nicht? Rufen Sie an oder schreiben Sie uns — wir melden uns schnell zurück.

Jetzt anrufen06701 680 9958

Weiterlesen

Mehr aus dem Ratgeber

Diese Beiträge passen zum Thema, das Sie gerade gelesen haben.

Ihr kompetenter Ansprechpartner bei Matuszak Hygiene am Telefon

Kontaktieren Sie uns

Ihre kompetenten Ansprechpartner bei Matuszak Hygiene

Telefon:06701 680 9958

Jetzt telefonisch erreichbar